Selbst anpacken, etwas entdecken und den Horizont erweitern -  mit diesen Zielsetzungen wollen die neuen Limes- Koffer vor allem Schülern den römischen Grenzwall schmackhaft machen.

Mitarbeiter des Landschaftsmuseums Westerwald haben zahlreiche Anregungen erarbeitet, mit denen zum Beispiel Wandertage und Exkursionen vorbereitet werden können. Die Materialkisten enthalten Module zum eigenen Experimentieren sowie zum Erleben wertvoller Einblicke in die Lebens-  und Arbeitswelt auf beiden Seiten des Limes.

Bei der Präsentation im Landschaftsmuseum in Hachenburg stellte Landrat Peter Paul Weinert die Limes- Koffer in einen größeren Zusammenhang: "In der regionalen Vermarktung ist der Limes ein außerordentliches Alleinstellungsmerkmal." In den Anliegergemeinden werde bereits gute Arbeit rund um dieses Denkmal geleistet -  vor allem ehrenamtlich. Mit dem neuen Material erhielten nun auch die etwas weiter weg wohnenden Westerwälder Anreize, sich mit dem Limes zu beschäftigen. In diesem Sinne seien Schüler als Zielgruppe ideal, ebenso wie die Unterbringung der Koffer im Landschaftsmuseum. Weinert dankte dem Land für die Kostenübernahme.

Konzipiert wurde die Materialsammlung von den Museumsmitarbeitern Erika Salaw und Ulrich Braun. Unter museumspädagogischen Gesichtspunkten sind drei Musterkisten entstanden, die altersgerechte Schwerpunkte setzen. Diese sind -  aufeinander aufbauend -  auch unabhängig von der Klassenstufe ausleihbar.

Die jüngeren Schüler (etwa ab Klasse 4) können zum Beispiel wie in damaliger Zeit aus Ton kleine Gefäße und Spiele fertigen. Die Älteren werden ermutigt, mit Wanderkarte, Messbrett und Maßband den Limes auf eigene Faust zu erforschen. Für die Oberstufe reicht das Material von einer DVD bis zum Apicius- Kochbuch. "Das alles sind Sachen zum Begreifen", sagte Erika Salaw, "also: Raus aus der Schule und den Limes mit allen Sinnen wahrnehmen." Nach einer Erprobungsphase sei zu entscheiden, ob die Koffermodule verändert werden müssten. Lob für die gute Materialauswahl kam von Achim Schmidt, Grabungsexperte von der Direktion Archäologie in Koblenz.

Als Dauer einer Ausleihe schlug Museumsleiter Manfrid Ehrenwerth vier Wochen vor. Momentan stehen die drei Kisten in doppelter Ausführung zur Verfügung. Weitere sollen folgen. Marcus Krombach von der landeseigenen Projektentwicklungsgesellschaft lobte, dass mit relativ geringem Finanzaufwand (rund 5000 Euro) ein vorbildliches Ergebnis erzielt worden sei. Winfried Schlotter und Herbert Portugall vom Westerwald- Verein Hillscheid regten an, dass ein Koffer- Set auch in Hillscheid zur Ausleihe bereitstehe.

Westerwälder Zeitung vom Dienstag, 4. November 2008, Seite 17.